Basics
Sikhs glauben an einen geschlechtslosen Schöpfergott, der für alle Menschen zugänglich ist. Er residiert sowohl außerhalb, als auch innerhalb der Schöpfung, in jedem Lebewesen.
ਘਟਿ ਘਟਿ ਮੈ ਹਰਿ ਜੂ ਬਸੈ ਸੰਤਨ ਕਹਿਓ ਪੁਕਾਰਿ ॥
Der Herr residiert in jedem Herzen, die Heiligen verkünden dies als wahr.
Seite 1427 – Guru Granth Sahib Ji
Es ist der selbe Gott, der im Islam als Allah, bei den Hindus als Raam oder bei den Christen als der Herr bezeichnet wird.
ਏਕੁ ਪਿਤਾ ਏਕਸ ਕੇ ਹਮ ਬਾਰਿਕ ਤੂ ਮੇਰਾ ਗੁਰਹਾਈ॥
Der eine Gott ist unser Vater, wir sind die Kinder des einen Gottes. Du bist unser Guru.
Seite 612 – Guru Granth Sahib Ji
Jedoch ist es für uns Menschen nicht möglich seine Grenzen zu kennen oder ihn in seiner Vollkommenheit zu beschreiben.
ਬਲਿਹਾਰੀ ਕੁਦਰਤਿ ਵਸਿਆ ॥
Ich ehre deine allmächtige schöpferische Kraft, die Dich überall durchdringt.
ਤੇਰਾ ਅੰਤੁ ਨ ਜਾਈ ਲਖਿਆ ॥੧॥ ਰਹਾਉ ॥
Deine Grenzen können nicht erfasst werden. || 1 || Pause ||
Seite 469 – Guru Granth Sahib Ji
Die zentralen Aspekte der Sikhi sind, die Förderung einer geistlichen Entwicklung und spirituellen Aufklärung, um somit den seelischen Ursprung noch zu Lebzeiten zu erfahren. Wichtig ist die Umsetzung der Lehren aus der Gurbani, die zur Vereinigung mit Gott führen, da das menschliche Leben diese Chance bietet.
ਭਈ ਪਰਾਪਤਿ ਮਾਨੁਖ ਦੇਹੁਰੀਆ ॥
Du hast diesen menschlichen Körper ergattert.
ਗੋਬਿੰਦ ਮਿਲਣ ਕੀ ਇਹ ਤੇਰੀ ਬਰੀਆ ॥
Dies ist deine Chance, den Herrn der Welt zu treffen.
Seite 12 – Guru Granth Sahib Ji
Im Jahre 1708 versammelte der neunte Nachfolger Guru Nanaks, zehntausende Sikh und Mitglieder der Khalsa-Gemeinschaft.
In dieser Versammlung ernannte Guru Gobind Singh Ji die heiligen Schriften in Form des bis dahin bekannten Aad Granths, zum ewigen Guru und beendete somit die menschliche Form der Thronfolge der Gurus.
Sämtliche Lehren, die relevant für die geistige und seelische Entwicklung sind, sind in dem großen Werk vorhanden. Es wird nun Guru Granth Sahib Ji genannt und beinhaltet spirituelle Lehren von insgesamt 35 Erleuchteten.
Deshalb betrachtet ein Sikh das große Werk nicht als ein “heiliges Buch”, sondern als den wahren Führer, Anhaltspunkt im eigenen Leben und als ewigen Guru der seelischen Welt.
Wenn Sikhs sich begegnen, schließen sie ihre Hände an einander und sagen:
Waheguru Ji Ka Khalsa
Waheguru Ji Ki Fateh!
GESELLSCHAFTLICHE FRAGEN
Nein, die Sikhi ist weder eine Verschmelzung aus mehreren Religionen, noch eine Abspaltung. Die Sikhi ist eine eigenständige Religion. Lesen Sie hier mehr zu diesem Thema.
Die Sikhi ist eine vom Hinduismus vollkommen unabhängige Religion.
Weder in den Schriften (Gurbani), noch in der Sikh-Historie gibt es Erwähnungen zur Homosexualität. Homosexuelle sind gleichberechtigte Menschen, wie alle anderen auch. Homosexuelle Menschen dürfen selbstverständlich auch Sikhs werden.
In der Hochzeitszeremonie der Sikhs umkreist das Paar den Guru Granth Sahib Ji vier mal (Laavan). Dabei bleiben Mann und Frau im gleichen Abstand zum Guru Granth Sahib Ji. Dies drückt aus, dass der Guru im Zentrum aller Lebensentscheidungen des Ehepaars stehen wird und das Paar sich ab sofort nur den Lehren der Gurbani widmen wird. Letztlich geht es in der Anand Karaj (Zeremonie der Glückseligkeit) darum, dass man nicht nur unter sich heiratet sondern sein Leben nach den Prinzipien des Gurus ausleben soll, um die Hochzeit zwischen der eigenen Seele und Waheguru zu feiern. Hierbei ist es wichtig, dass man die Verse der Laavan und den Kernpunkt der Sikhi versteht.
Unabhängig von der Religion müssen beide Partner den oben genannten Grundgedanken der Hochzeitszeremonie unterstützen. Falls dies nicht der Fall ist, wird aus Sicht der Sikhi der Sinn der Anand Karaj verfehlt.
Ernäherung
Nein, in der Sikhi wird nicht gefastet. Dies bestätigt das folgende Zitat aus der Gurbani:
ਵਰਤ ਨ ਰਹਉ ਨ ਮਹ ਰਮਦਾਨਾ ॥
Ich faste weder, noch feiere ich den Monat Ramadaan.
Seite 1136 – Guru Granth Sahib Ji
Aus der Sikhi-Perspektive besteht kein Vorteil im Fasten. Die Sikhi inspiriert ihre Anhänger dazu, regelmäßíg einen positiven Beitrag in Form von finanziellen Mitteln oder händischer Arbeit für die Gesellschaft zu leisten.
Wenn man sich jedoch aus gesundheitlichen Gründen dazu entscheidet für eine absehbare Zeit auf bestimmten Konsum zu verzichten, dann ist das lediglich eine persönliche Entscheidung, die nichts mit Gott und Religion gemeinsam hat, aber vollkommen akzeptabel ist.
Im Jahre 1708 versammelte der neunte Nachfolger Guru Nanaks, zehntausende Sikh und Mitglieder der Khalsa-Gemeinschaft.
In dieser Versammlung ernannte Guru Gobind Singh Ji die heiligen Schriften in Form des bis dahin bekannten Aad Granths, zum ewigen Guru und beendete somit die menschliche Form der Thronfolge der Gurus.
Sämtliche Lehren, die relevant für die geistige und seelische Entwicklung sind, sind in dem großen Werk vorhanden. Es wird nun Guru Granth Sahib Ji genannt und beinhaltet spirituelle Lehren von insgesamt 35 Erleuchteten.
Deshalb betrachtet ein Sikh das große Werk nicht als ein “heiliges Buch”, sondern als den wahren Führer, Anhaltspunkt im eigenen Leben und als ewigen Guru der seelischen Welt.
Weitere Fragen
Die Haare dienen als Ausdruck eines einheitlichen Lebens (im Einklang) mit den Naturgesetzen der Schöpfung und werden nicht durch Eingriffe wie Schneiden und Entfernen von Haaren verändert. Der Mensch, so wie von den Naturgesetzen erschaffen, wird als vollkommen und schön angesehen, an dem es nichts zu verändern oder zu verbessern gibt.
Für einen Sikh ist es jedoch erforderlich, die Haare jeden Tag zu waschen und zweimal durchzukämmen, um die Hygiene zu gewährleisten.
Der Körper besteht aus physischer Materie, daher liegt es in der Verantwortung eines Sikhs, diesen Körper hygienisch und sauber zu halten.
Dies bedeutet, dass Materie, die sich vom Körper trennt und dadurch keine praktische Funktion für den Körper erfüllt, sollte vom Körper entfernt werden, da diese zum Unterschlupf für Bakterien und Krankheiten werden könnte.
So wie man für das Entfernen von abgestorbenem Haar einen Kamm verwendet, benutzen Sikhs einen Nagelknippser um den Teil des Nagels zu entfernen, der seine Funktion nicht mehr erfüllt.