Ein Überblick

Erhalten Sie einen groben Überblick über die fünftgrößte Religion der Welt.

Sikhs werden aufgrund ihrer sichtbaren Identität, ihres äußerlichen Erscheinungsbildes, immer öfter Opfer von Hassverbrechen. In den USA sind viele Sikhs nach dem 11. September ums Leben gekommen. Auch in Deutschland sind Sikhs nicht verschont geblieben. Der Bombenanschlag auf einen Essener Gurdwara ist ebenfalls ein Zeichen dafür, dass die Sikhi möglicherweise die am meist missverstandene Gemeinde auf der Welt ist. Auch auf theologischer Ebene bleiben sie von Missverständnissen nicht verschont.  Sikhs stammen aus Nordindien (Punjab) und sind weder Hindus noch Muslime. Auch sind die Lehren nicht aus einem (Harinder Wort) aus dem Islam und Hinduismus geprägt. 

SIkhi auf einem blick

  • Sikhs sind seit über 60 Jahren im deutschsprachigen Raum präsent
  • In Deutschland gibt es heute ungefähr 25.000 Sikhs
  • Die Sikhi zählt mit über 30 Millionen Anhängern weltweit zur fünftgrößten Weltreligion 
  • Sikhs glauben an einen Gott/Schöpfer, Gleichheit, Religionsfreiheit und Zivildienst
  • Sikhs bedecken ihre ungeschnittenen Haare mit einem Turban/Tuch
  • Der Sikh-Turban steht für Gleichberechtigung, Gerechtigkeit und eine spirituelle Lebensweise

Historie

Das Wort Sikh bedeutet spritueller Schüler. Die Sikh-Religion wurde im 15. Jahrhundert von Guru Nanak Dev Ji in Nordindien gegründet. Die Sikhi ist eine religionsübergreifende Lehre und betont die Gleichheit aller Menschen, lehnt die Kastenzugehörigkeit ab und setzt sich für den Dienst an der Menschheit ein.

Sikhi, im Westen fälschlicherweise als Sikhismus bekannt, ist ein monotheistischer Glaube, der druch Guru Nanak Dev Ji (1469-1539) gegründet und von seinen neun Nachfolgern im 16. und 17. Jahrhundert geprägt wurde. Sikhi ist keine Sekte des Hinduismus oder des Islam, weder noch eine Mischung dieser beiden Glaubensrichtungen. Sikhs haben ein eigenes Konzept von Gott und eigene heilige Schriften. 

Der Sikh-Glaube lehrt humanitäre Prinzipien der Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit – die gleichen Prinzipien, auf denen auch das Grundgesetzt beruht.

Die universelle Natur der Sikh-Lehren spricht Menschen aller Glaubensrichtungen und kulturellen Hintergründe an und ermutigt, über Unterschiede hinauszusehen um gemeinsam für ein friedliches und harmonisches Miteinander einzustehen.

Grundsätze der sikhi

  • Allgegenwart des Einen Schöpfers
  • ein gemeinsamer Ursprung aller Lebewesen
  • Selbsterkenntnis durch spirituelle Aufklärung
  • Andacht an Gott mit jedem Atemzug (Simran)
  • Gott ist zugänglich für alle Menschen
  • Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem Gemeinwohl

Wichtig ist:

  • spirituelle und geistige Entwicklung
  • bescheidene und selbstlose Lebensführung
  • aktiver Einsatz gegen Ungerechtigkeit
  • Gleichberechtigung aller Menschen
  • Religionsfreiheit
  • respektvoller Umgang mit der Umwelt

Ablehnung von: 

  • Aberglauben und sinnlosen Ritualen/Praktiken
  • Heuchelei und religiösem Fanatismus
  • Personenkult im Namen von Religion
  • Rassismus und Diskriminierung jeglicher Art
  • Rücksichtslosigkeit gegenüber Mitmenschen
  • Unterdrückung der Frau
  • dem Kastensystem
  • Konsum von Stoffen wie Nikotin, Drogen etc. , die das Bewusstsein und den Körper schädigen

Einwanderung nach deutschland

Sikhs sind zwar seit mehr als 60 Jahren in Deutschland ansässig, in der Mehrheitsgesellschaft

bisher aber nicht sehr bekannt. Sie werden oft mit Arabern oder Muslimen verwechselt. Sikhs sehen sich ebenfalls oft mit Missverständnissen und Hassbotschaften konfrontiert. Meist liegt es daran, dass in der Gesellschaft viel Unwissen über die Sikh-Gemeinde existiert. 

Dafür gibt es zahlreiche Gründe. So hatte die erste Einwanderergeneration Anfang der 70er wenig Ressourcen. Sprachbarrieren, ungeklärte Aufenthaltssituationen und mehrschichtige Arbeitszeiten machten das Einleben in der neuen Heimat schwer und die Aufklärung über die Sikh-Gemeinde nahezu unmöglich. Außerdem ist die im deutschsprachigen Raum ansässige Sikh-Gemeinde bis heute sehr klein und im öffentlichen Leben wenig bekannt. In Deutschland macht die Sikh-Gemeinde mit knapp 25.000 Mitgliedern, nur 0.037% der deutschen Gesamtbevölkerung aus. 

Der Sikh-Glaube ist fünfhundert und fünfzig Jahre alt. Guru Nanak, der Gründer des Sikhi, lehrte eine Liebesbotschaft. Er sprach von einem universellen Gott, der allen Menschen gemeinsam ist, und ist nicht auf irgendeine Religion, Nation, Rasse, Glauben, Hautfarbe oder Geschlecht beschränkt. Die Sikh-Religion ist streng monotheistisch und glaubt an einen einzigen Schöpfer, frei von Geschlecht, absolut, alles durchdringend und ewig. Die Sikhi betrachtet es nicht als Sündenfall, sondern als einmalige Gelegenheit, die Göttlichkeit in jedem von uns zu entdecken und zu entwickeln. Menschenrechte und Gerechtigkeit bilden einen Eckpfeiler des Sikh-Glaubens, und in der Sikh-Geschichte finden sich unzählige Beispiele, wie Sikh Gurus und ihre Anhänger gewaltige Opfer für die Sache der Religionsfreiheit und Gerechtigkeit bringen. In jüngerer Zeit waren Sikhs einige der am höchsten dekorierten Soldaten der britischen Streitkräfte in beiden Weltkriegen. Sie spielten eine bedeutende Rolle in den denkwürdigen Schlachten von El Alamein an der Birma-China-Front und auch beim Angriff der Alliierten in Italien. In Indiens Kampf um die Unabhängigkeit von den Briten waren über zwei Drittel aller Inder, die zu lebenslanger Haft oder zum Tod verurteilt wurden, Sikhs. Dies trotz der Tatsache, dass Sikhs weniger als zwei Prozent der indischen Bevölkerung ausmachen.

Der Gurduara

Die Sikh-Anbetungsstätte oder Gebetsstätte oder Gurduara ist mehr als eine Gebetsstätte. Es war historisch ein Zufluchtsort für Obdachlose und Bedürftige. Gurduaras zeigen normalerweise den Nishan Sahib, eine safranfarbene dreieckige Flagge mit dem Khanda, dem Symbol des Sikh-Glaubens. Besuchern wird unabhängig von ihrer Religion Unterkunft, Komfort Obdach und Essen angeboten. Die Voraussetzungen für das Betreten eines Gurduaras sind das Entfernen von Schuhen und das Bedecken des Kopfes mit einem Tuch. In einem Gurdwara darf kein besonderer Ort oder Sitz für einen Würdenträger reserviert werden, da alle gleichwertig sind. Der Gottesdienst besteht aus dem Singen der Liturgie sowie der Darstellung der Geschichte, Tradition und Theologie von Sikhi. Nicht-Sikhs sind immer willkommen. Sikh-Gurdwaras auf der ganzen Welt betreiben in der Regel kostenlose Gemeinschaftsküchen, in denen allen Mahlzeiten serviert werden. (In Indien befindet sich die gr. Freiküche der welt) Diese Küchen werden von Freiwilligen betrieben und finanziert. In der traditionellen indischen Gesellschaft wurden Menschen mit hoher und niedriger Kaste starr getrennt. Um dieses soziale Problem zu bekämpfen, erfordert die Sikh-Gemeinschaftsküche (Langar), dass alle nebeneinander sitzen und zusammen essen müssen, wodurch das Konzept der Gleichheit gelehrt wird, indem alle Barrieren der Kaste und des Klassens zerstört werden. In jeder größeren Stadt der Vereinigten Staaten und Kanadas gibt es Sikh-Gurdwaras und sie stehen allen offen.

UNSERE MISSION

Gegründet 2013, strebt Aufklärungsarbeit für alle Sikhs im deutschsprachigen Raum. Wir glauben an ein friedliches und harmonisches Miteinander.

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